Sächsischer Weinwanderweg komplett

Samstag, 15. Januar 2022
Sächsischer Weinwanderweg komplett

Hier noch eine kleine Schlussbemerkung zum Sächsischen Weinwanderweg. Für mich war das einer der schönsten Wanderwege die ich in meinem Leben gelaufen bin. Ein Highlight jagt das andere. Von Pirna bis Diesbar bin ich mit ein paar kleinen Abstechern etwa 92 Kilometer gewandert. Offiziell sollen es 89 Kilometer sein. Die Abstecher lohnen sich aber. Es empfiehlt sich, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen, weil die Strecke kein Rundwanderweg ist. Die Anbindung des ÖPNV an die einzelnen Etappen ist ideal. Man kommt überall bequem hin und auch wieder zurück. Ab Diesbar fährt der Bus Linie 407 im Stundentakt zurück nach Meißen. Ich habe mich aber dafür entschieden, den längeren Weg nach Priestewitz zu laufen und von dort mit der Eisenbahn zurück zu fahren.

Durch meine Wanderung nach Priestewitz bin ich der Chemiebude in Nünchritz gefährlich nahe gerückt.



So sah das Schloss in Diesbar-Seußlitz vor 250 Jahren aus.







Eine der schönsten Dorfkirchen in Sachsen: die St. Andreas-Kirche in Zadel.



Die Sächsische Postmeilensäule in Meißen. Von Meißen bis Nossen braucht es 4 Stunden. Das bedeutet: 1 Wegstunde = 4,531 km = ½ Sächsische Meile. Die Sächsische Meile beträgt demnach 9, 062 Kilometer = zwei Sunden. Vier Stunden nach Nossen sind dann reichlich 18 Kilometer. An die Stundenkilometer muss man sich gewöhnen, aber es nicht kompliziert.



Das Wasserschloss in Oberau.





Länge der gematen Tour: etwa 92 Kilometer
Gesamter Anstieg: 2068, 5 Meter
Download: GPX-Datei - Weinwanderweg von Pirna nach Diesbar-Seußlig



Sächsischer Weinwanderweg - Teil 5

Montag, 10. Januar 2022
Sächsischer Weinwanderweg - Teil 5

Eine traumhaft schöne Wanderung, die leider zu Ende gegangen ist. Die letzte Etappe des Weinwanderweges beginnt in Meißen und sie endet in Diesbar-Seußlitz. Unterwegs gibt es ausgesprochen viele Sehenswürdigkeiten zu bewundern - ich kann gar nicht alle nennen. Das Weingut Schloss Proschwitz ist das älteste private Weingut Sachsens. Prinz zur Lippe hat es sanieren lassen, der Schlosspark ist öffentlich. Er bittet aber ausdrücklich darum, Fotos nur für private Zwecke zu verwenden. Da ich die Privatsphäre achte, gibt es keine Schloss-Fotos von mir auf meinem Blog. So wie mir bekannt, wurde das Rittergut in Rottewitz von einem Bauunternehmer saniert und dient jetzt als Pension. Höhepunkt für mich war der Besuch der Andreas-Kirche in Zadel. Da sie geöffnet hatte, konnte ich sie mir in Ruhe von Innen anschauen. Ein wunderschönes Gebäude. Das Barockschloss Seußlitz ist der würdige Abschluss der Wanderung.
Eigentlich wollte ich mit der Fähre übersetzen und dann nach Riesa laufen. Leider hatte sie Pause und schwamm nicht über die Elbe. Also Schwamm drüber und an das Motto "Vorwärts immer, rückwärts nimmer" gedacht (darf ich das überhaupt noch sagen?) und in Richtung Priestewitz gewandert, von wo aus der Zug bequem nach Dresden zurück fährt.
Auf der Strecke hat man sehr schöne Fernsichten. Etwa bei Kilometer 6 kann man bei guter Sicht den Collmberg entdecken. Man erblickt ihn genau zwischen den Windrädern bei Obermuschütz. Auf der Höhe kurz vor Priestewitz hat man einen schönen Blick auf Großenhain und die Heidehöhe bei Gröden.
Noch eine kleine Empfehlung: im Buchhandel habe ich mir den Wanderführer "Sächsischer Weinwanderweg - Heimatverlag Michael Bellmann" gekauft. Hier ist beschrieben, wie der Weg entstanden ist. Bereits im Mai 1992 war die Sächsische Weinstraße ins Leben gerufen worden. Ziel war es, die Bedeutung des kleinsten deutschen Weinanbaugebietes über die sächsischen Grenzen zu steigern. Parallel dazu kam es 2004 zur Markierung des etwa 90 Kilometer langen "Sächsischen Weinwanderweges". Ich vermute ganz stark, dass Michael Bellman auch der Urheber dieses schönen Wanderweges ist.
Im Wander- & Naturführer "Dresden und Umgebung" Band 3 aus dem Rölkeverlag sind mehrere Touren beschrieben, die dem Weinwanderweg ähneln.

Wanderung von Meißen nach Zadel
Wanderung um Diesbar

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Länge der Tour: 28, 51 Kilometer
Gesamter Anstieg: 494, 3 Meter
Download: GPX-Datei - Weinwanderweg Teil 4



Sächsischer Weinwanderweg - Teil 4

Dienstag, 4. Januar 2022
Sächsischer Weinwanderweg - Teil 4

Als erste große Wanderung im neuen Jahr habe ich mir den Sächsischen Weinwanderweg Etappe 4 herausgesucht. Bei schönstem Wetter losmarschiert musste ich bald feststellen: der Weg ist traumhaft schön. Ich kann hier gar nicht beschreiben, was ich alles gesehen habe - es gibt eine Unmenge an Sehenswürdigkeiten zu entdecken. So, genug geschwärmt. Hier ein paar Highlights, wo ich überall vorbei gekommen bin: Spitzbergaussicht Coswig mit schöner Sicht auf die Stadt, Aussichtspunkt Fuchsberg, Laubenschlösschen, Friedensturm Weinböhla, König-Albert-Turm auf der Schweizerhöhe, Gellertberg mit Freilichtbühne, Buschmühle bei Niederau/Weinböhla, Kirche und Wasserschloss in Oberau, Kirche Niederau und zum Schluss die Bosel mit Boselblick, Boselgarten und dem Gästehaus Boselspitze mit Aussichtsturm.
Im Friedewald habe ich einen Jakobsweg Königsbrück - Grumbach gekreuzt. Auf der anderen Elbseite sieht man den hohen viereckigen Sendeturm auf dem Semmelsberg, auf der nördlichen Elbseite ist die Mülldeponie bei Gröbern nicht weit und wer genau hinschaut entdeckt vielleicht sogar die Marienkirche in Großenhain. Das ist doch eine fantastische Wanderung!!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Länge der Tour: 27, 52 Kilometer
Gesamter Anstieg: 507 Meter
Download: GPX-Datei - Weinwanderweg Teil 4



Wanderung zum Spitzhaus Radebeul

Donnerstag, 23. Dezember 2021
Wanderung zum Spitzhaus Radebeul

Diese Wanderung stammt zum Teil aus dem Wanderführer "Wander- & Naturführer Dresden und Umgebung Band 2 Nördlich der Elbe" - Verlag Peter Rölke. Die komplette Tour habe ich bereits hier beschrieben:

Durch die Radebeuler Weinberge

Das letzte Foto (ganz unten) zeigt Richard Strauss dirigierend vor der Semperoper. Gegenüber befindet sich ein Notenbeispiel mit dem Anfangsmotiv aus dem Rosenkavalier. Der Dirigent Ernst von Schuch war Kapellmeister an der Königlichen Oper in Dresden und leitete im Jahre 1911 die Uraufführung des Rosenkavaliers. Nachdem Schuch sich ab 1880 jeweils in der Lößnitz eine Sommerwohnung gemietet hatte, nahm er 1882 seinen Sommerwohnsitz in der Niederlößnitz, in der Weintraubenstraße direkt nördlich des Gasthofs Goldene Weintraube (heute Stammhaus der Landesbühnen Sachsen). Die Straße wurde im Folgejahr, 1883, auf seinen Antrag umbenannt in Schuchstraße. Dort unter der heutigen Adresse Nr. 15/17 stand ursprünglich ein eher kleineres Haus, das der Baumeister Moritz Ziller 1866 (oder 1876/77) als Landhaus im Schweizerstil für den Eigentümer der Goldenen Weintraube errichtet hatte und das in den Folgejahren mehrfach für Schuch erweitert werden musste und ab 1897 als Ganzjahreswohnung diente. Schuch selbst nannte das Haus, dessen heutige Besitzer Villa Schuch an den Giebel geschrieben haben, Villa Favorita (damalige Adresse Schuchstraße 11).
Wikipedia

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Länge der Tour: 8, 02 Kilometer
Gesamter Anstieg: 294, 4 Meter
Download: GPX-Datei - Wanderung zum Spitzhaus Radebeul



Sächsischer Weinwanderweg - Teil 3

Mittwoch, 15. Dezember 2021
Sächsischer Weinwanderweg - Teil 3

Heute bin ich den dritten Teil des Sächsischen Weinwanderweges gelaufen. Ich bin erstaunt, wie schön dieser Wanderweg ist - einfach fantastisch!! Wie soll ich das alles beschreiben? Ein schönes und interessantes Gebäude nach dem anderen, herrliche Anstiege, Fernsichten bis in die Sächsische Schweiz - unglaublich! Deshalb müssen meine Fotos genügen. Hier nur kurz, wo ich überall vorbeigekommen bin:
Start am Uniklinikum Dresden. Um auf meinen Weg zu gelangen, musste ich nur über die Waldschlößchenbrücke laufen. In der Neustadt war die Weihnachtsbeleuchtung vor lauter Autos kaum noch zu sehen. Die Molkerei Pfund hatte leider noch geschlossen. Durch den Alaunpark zur Theaterruine St. Pauli, durch den Hechtpark zum St.-Pauli-Friedhof, Johann-Friedrich-Jencke-Schule (Förderzentrum für Hörgeschädigte - Maxim-Gorki-Straße), Herrenhaus Trachenberge (Spiegler'sches Haus) an der Döbelner Straße, Weinbergskirche Dresden Trachau und endlich den ehemaligen Schützenhof an der Schützenhofstraße. Nun geht es in die Junge Heide, wo der Waldmax das nächste Ziel ist. Den Waldmax kenne ich noch aus meiner Schulzeit. Wenn wir Wandertag hatten, dann ging es meistens zum Borsberg, Wilisch, Babisnauer Pappel und eben zu diesem Waldmax in der Heide - und das jedes Jahr! Später habe ich in der Gaststätte sogar mal den Bürgermeister Wolfgang Berghofer getroffen. Aber das ist 30 Jahre her.
Nächstes Ziel ist Radebeul. Vorbei am Bilz-Sanatorium, hinauf zum Spitzhaus Radebeul und Bismarckturm, ein haufen Treppen hinunter zum Schloss Hoflößnitz. In Radebeul West habe ich einen kleinen Abstecher zum Wasserturm auf der König Friedrich August Höhe gemacht (liegt nicht am Weinweg), Volkssternwarte Radebeul und über den Jacobstein zum Schloss Wackerbarth. Eigentlich wollte ich hier meine Wanderung beenden. Da ich aber noch Lust zum Laufen hatte, bin ich bis zur Straßenbahnhaltestelle in Coswig gelaufen, dabei am Hohenhaus Radebeul (ehemaliges Puppenmuseum) vorbeigekommen.
Das war in diesem Jahr wahrscheinlich? meine letzte Wanderung. Das Weihnachtsfest steht vor der Tür, und es kommt viel Besuch. Also, im nächsten Jahr geht es weiter!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Länge der Tour: 26, 82 Kilometer
Gesamter Anstieg: 545 Meter
Download: GPX-Datei - Weinwanderweg Teil 2



Sächsischer Weinwanderweg - Teil 2

Montag, 13. Dezember 2021
Sächsischer Weinwanderweg - Teil 2

Heute bin ich den zweiten Teil des Sächsischen Weinwanderweges gelaufen. Start ist dort, wo ich das letzte Mal aufgehört habe - am Carl-Maria-von Weber-Haus in Dresden Hosterwitz. Carl Maria von Weber weilte hier in den Sommermonaten der Jahre 1818, 1819 sowie von 1822 bis 1824. Bis zum Körnerplatz in Loschwitz habe ich den Keppgrund, Helfenberger Grund und den Wachwitzgrund unterhalb des Höhenzuges gestreift. Dadurch waren die Anstiege manchmal sehr steil aber nie lang. Am Hosterwitzer Elbhang kann man noch Reste der alten Weinberge im Wald erkennen. Die Reblaus hat dem Weinanbau in dieser Gegend leider ein Ende bereitet.
Vorbeigekommen bin ich nicht nur am Weberhaus, sondern auch am Haus von Josef Hegenbarth (deutscher Grafiker, Zeichner, Maler - 1884/1962), am Haus von August Kotzsch - (deutscher Fotograf 1836/1910), am Haus von Peter Schreier und am Ludwig-Richter-Haus in Loschwitz. Ich glaube, in Nähe des Kotzschhauses hat auch der Musikkritiker Gottfried Schmiedel gewohnt. Wir haben seine Musikkritiken immer sehr gerne in der Zeitung gelesen, denn sie waren fast immer richtig! Im Rhododendronpark Dresden Wachwitz steht die 1892/93 erbaute Königliche Villa. Sie diente Friedrich August III. ab 1894 als Wonsitz und nach seinem Riegierungsantritt 1904 als Sommerresidenz.
Am Elberadweg bin ich dann noch am ehemaligen Loschwitzer Wasserwerk, am Körnerhaus und am Wasserwerk Saloppe vorbeigekommen. Über die Waldschlößchenbrücke geht es zurück nach Hause. Das Wetter heute hatte eine fantastische Stimmung gezaubert. Carl Maria von Weber hätte die Wolfsschluchtszene aus dem Freischütz durchaus auch hier komponieren können. Leider wurde der Freischütz am 18. Juni 1821 in Berlin uraufgeführt. Welche Frechheit!! Der Freischütz gehört doch in die Felsenbühne Rathen. Na ja, vielleicht hat es diese damals noch gar nicht gegeben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Länge der Tour: 21, 15 Kilometer
Gesamter Anstieg: 257 Meter
Download: GPX-Datei - Weinwanderweg Teil 2



Sächsischer Weinwanderweg - Teil 1

Montag, 6. Dezember 2021
Sächsischer Weinwanderweg - Teil 1

Bevor die Wanderung beginnt, musste ich erst einmal ein paar Nikolauspflichten erledigen, wodurch die Tour etwas länger geworden ist. Gelaufen bin ich am Elberadweg von Tolkewitz bis nach Pirna. Erst hier startet der Sächsische Weinwanderweg - Etappe 1. In Pirna hat mir ganz besonders der Burglehenpfad gefallen. Ein außerordentlich schöner Weg mit Blick auf die Pirnaer Altstadt und dahinter das Erzgebirge. Vorbeigekommen bin ich in Graupa am Richard-Wagner-Museum, die Wanderung endet für die Freunde des Waldhorns am Carl-Maria-von-Weberhaus in Pillnitz.
Das Wetter war heute einfach fantastisch zum laufen. Eine traumhaft schöne winterliche Nebelstimmung!!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Länge der Tour: 37, 77 Kilometer
Gesamter Anstieg: 267, 4 Meter
Download: GPX-Datei - Weinwanderweg Teil 1



In Richtung Dresdner Heide

Dienstag, 30. November 2021
Wanderung in Richtung Dresdner Heide

Einfach mal der Nase nach in Richtung Dresdner Heide gewandert. Start ist der Friedhof in Dresden Tolkewitz. Es geht über das Blaue Wunder, Körnerplatz, Grundstraße zur Dresdner Heide. In der Heide über den Nachtflügelweg nach Bühlau, durch den Mordgrund zur Schillerstraße und über den Elberadweg zurück nach Hause.

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Länge der Tour: 18 Kilometer
Gesamter Anstieg: 207, 6 Meter
Download: GPX-Datei Wanderung Richtung Dresdner Heide

Wanderung zum Bike Point Dresden

Donnerstag, 25. November 2021
Wanderung zum Bike Point Dresden

Gestern musste ich mal wieder zum Bike Point nach Dresden Plauen, natürlich zu Fuß!! Am Morgen ging es zurück und am Abend hin (klingt merkwürdig). Da die Lukaskirche wegen Bauarbeiten geöffnet hatte, konnte ich mir die Kirche von innen ansehen. Leider sind die Fotos nicht so gut gelungen, weil es ziemlich dunkel war. Die Lukaskirche war zu DDR-Zeiten Eterna-Studio. Herbert von Karajan hat hier die Meistersinger von Nürnberg mit der Staatskapelle Dresden aufgenommen, Theo Adam hat den Hans Sachs gesungen. Auch wir haben in der Kirche musiziert. Ich glaube, das war das Requiem von Andrew Lloyd Webber und das Requiem von Antonín Dvořák. Spaß hat es gemacht in der großen Kirche zu spielen! Auch die Thomaskirche an der Bodenbacher Straße hatte wegen Bauarbeiten geöffnet, so dass ich mir dieses Bauwerk von innen anschauen konnte.
Am Abend bin ich dann wieder zum Bike Point gepilgert, um mir mein Bike (früher sagte man Fahrrad) abzuholen. Der Johannstädter Fährgarten war weihnachtlich geschmückt und hatte geöffnet. Anschließend ging es über den Dresdner Nichtstriezelmarkt und über die Budapester Straße zum Bike Point.
Interessant ist, wenn man am Abend auf dem Elberadweg wandert. Gefühlt jeder dritte Radler leuchtet den Mond an und nicht den Radweg. Das Blitzlichtgewitter ist eine Wohltat für das Auge.

 

 

 

 

 

 

 

 



Länge der Tour: 22 Kilometer
Download: GPX-Datei Wanderung zum Bike Point Dresden

Der Sächsische Jakobsweg - Teil 8

Freitag, 29. Oktober 2021
Von Coswig nach Grumbach

Die vorerst letzte Etappe des Jakobsweges, von Coswig nach Grumbach. In Grumbach treffen der Königsbrücker und der Bautzener Jakobsweg aufeinander. In Coswig hatte die Kirche schon am zeitigen Morgen geöffnet, so dass ich sie mir von innen anschauen konnte. Was für eine schöne Kirche!!! Etwas skeptisch war ich, ob die Fähre von Coswig nach Gauernitz übersetzt. Aber ja, bis zum 31. Oktober fährt (oder schifft) sie noch ganztäglich über die Elbe. Besonders schön im Herbst natürlich das Saubachtal. Ab Neudeckmühle ist der Jakobsweg identisch mit dem Heiligen Weg. Wieder mal das Motto: wiedersehen macht Freude! Die Jakobikirche in Wilsdruff soll eine der ältesten in ihrer ursprünglichen Gestalt erhaltenen Dorfkirchen im sächsischen Raum sein. Sie liegt auf einer Anhöhe oberhalb des Stadtzentrums und wurde letzten Erkenntnissen zufolge Mitte des 12. Jahrhunderts an der Kreuzung bedeutender Wege als Kaufmannskirche im damaligen Wilandesdorf noch vor der eigentlichen Stadtgründung von Wilsdruff erbaut. Leider konnte ich sie mir nicht von innen ansehen. Aber das werde ich bei Gelegenheit unbedingt nachholen. An der Kirche in Grumbach endet die außerordentlich schöne Wanderung.

Die Peter-Pauls-Kirche in Coswig wurde vom Dresdner Kirchen­bau­meister Woldemar Kandler (1866-1929) im Stil der Neo­renaissance erbaut und am 9. November 1903 geweiht. Die Orgel wurde im Jahre 1903 von den Gebrüdern Emil und Bruno Jehmlich aus Dresden als Opus 191 mit 29 Registern, verteilt auf zwei Manuale und Pedal erbaut.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Länge der Tour: 18, 27 Kilometer
Gesamter Anstieg: 265, 2 Meter
Download: JPX-Datei - Jakobsweg von Coswig nach Grumbach



Der Sächsische Jakobsweg - Teil 7

Dienstag, 26. Oktober 2021
Von Königsbrück nach Coswig

Der Sächsische Jakobsweg ist zweigeteilt. Eine Strecke zweigt in Bautzen von der Via Regia ab, die andere in Königsbrück ebenfalls von der gleichen Straße. Als Via Regia wurden im Mittelalter Handelswege bezeichnet, die unter Königlichen Schutz standen. Der Begriff bezeichnete im allgemeinen Sinn ursprünglich nicht eine bestimmte Straße, sondern eine Straßenart (wie im Spanischen der Camino Real). Seit 2005 ist die Via Regia als Kulturweg des Europarats anerkannt. Ich möchte heute aber nicht die Via Regia laufen, sondern den Jakobsweg von Königsbrück nach Coswig. In der nächsten Woche folgt dann noch der Teil von Coswig bis Grumbach, wo sich die Bautzener mit der Königbrücker Strecke vereinen. Den Rest bis Zwickau bin ich schon gelaufen. Was mir besonders gefallen hat: der Weg ist komplett ausgeschildert. Man braucht also nicht einmal eine Karte. An Hand der Jakobszeichen ist der Weg problemlos bis nach Coswig zu finden. Fantastisch!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Länge der Tour: 35, 97 Kilometer
Gesamter Anstieg: 272 Meter
Download: JPX-Datei - Jakobsweg von Königsbrück nach Coswig



Der Sächsische Jakobsweg - Nachtrag

Mittwoch, 20. Oktober 2021
Der Sächsische Jakobsweg - Nachtrag

Noch ein kleiner Nachtrag zum Jakobsweg. Bisher bin ich von Bautzen bis Zwickau laut meinem GPX-Navi genau 223 Kilometer gewandert. Da die Strecke zum großen Teil an der Bahnlinie Dresden-Görlitz und Dresden-Hof liegt, war die An - und Abreise an den jeweiligen Stationen kein Problem. Schwieriger sieht es nach Zwickau aus, denn der Jakobsweg weicht bis Hof erheblich von der Bahnstrecke ab. Es gibt aber eine Verbindung Oelsnitz -Zwickau, die ich mal testen könnte. Trotzdem ist mir das alles zu umständlich, deshalb habe ich entschieden, die Wanderung für dieses Jahr zu beenden und erst im nächsten Jahr vortzusetzen. Bis Hof brauche ich noch etwa 3 Tage, welche ich hintereinander laufen werde. Bin gespannt wie das mit der Übernachtung klappt. Zur Not nehme ich meinen Biwaksack mit!


Download: GPX-Datei Jakobsweg Bautzen - Zwickau
Sächsischer Jakobsweg an der Frankenstraße e.V.

Folgende Banhstationen habe ich angesteuert: Bautzen, Großharthau, (Dresden nicht, denn hier wohne ich), Klingenberg-Colmnitz, Flöha, Chemnitz, Jahnsdorf und Zwickau.

Die Bahn ist fast immer superpünktlich gefahren, deshalb ein großes Kompliment! Zum Dresden Hauptbahnhof bin ich mit dem Fahrrad gefahren. Das hat den Vorteil, dass ich nicht am Zeitigen Morgen in die überfüllte Straßenbahn einsteigen muss. Auch die Rückfahrt per Fahrrad ist angenehmer. Bis jetzt hat noch niemand mein Fahrrad am Bahnhof geklaut!

Der Jakobsweg ist ein katholischer Weg, deshalb habe ich die Kirchen nach Möglichkeit angesteuert und besucht. Höhepunkt ist die Katholische Hofkirche in Dresden und der Freiberger Dom. Beide Kirchen besitzen Silbermannorgeln. In der Hofkirche kann man am Benno-Altar ein Gemälde von Stefano Torelli bewundern - "Bischof Benno verkündet den Sorben den christlichen Glauben". Ganz besonders hat mir die St.-Jakobus-Kirche in Reinsdorf sowie die Markuskirche in Chemnitz gefallen. Leider hatten beide Kirchen geschlossen. Und dann ist natürlich noch der Bautzner Dom St. Petri. Die Orgel im evangelischen Teil ist eines der größten Werke der Orgelbau-Werkstatt Hermann Eule Orgelbau Bautzen. Erbaut wurde das Instrument im Jahr 1910. Das Instrument hat pneumatische Taschenladen und 62 Register auf drei Manualwerken und Pedal. Es wurde 2017 durch die Bautzner Orgelbaufirma Eule restauriert. Der Zwickauer Dom hat am Montag geschlossen, so dass ich mir dieses schöne Bauwerk leider nicht von Innen anschauen konnte. Aber ich komme ja noch einmal nach Zwickau zurück!!



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Der Sächsische Jakobsweg - Teil 6

Dienstag, 19. Oktober 2021
Von Jahnsdorf nach Zwickau

Das ist vorerst der letzte Teil meiner Wanderung auf dem Sächsischen Jakobsweg. Bis Hof sind es jetzt nur noch 94 Kilometer, die hebe ich mir für das nächste Jahr auf, wenn die Tage wieder länger werden.
Start ist dort, wo ich das letzte Mal aufgehört habe: am Bahnhof in Jahnsdorf. Ich war erstaunt, wie schnell und komfortabel man mit dem Zug nach Jahnsdorf kommt. Ab Chemnitz fährt im Halbe-Stunde-Takt eine Straßenbahn bis Sollberg. Selbst die Umsteigezeit von 5 Minuten war kein Problem! Ein großes Lob an den öffentlichen Nahverkehr, das hat perfekt und schnell funktioniert!
Die Strecke bis Zwickau ist einfach wunderschön. Stollberg und Oelsnitz haben mir besonders gut gefallen. Aber auch die vielen Höhenzüge mit herrlichen Fernsichten, sogar der Fichtelberg ist zu sehen. Nicht so schön war, das es ein paar Kilometer an der Autobahn entlang geht. Einfach nur die Hölle auf Erden, aber auch das geht vorbei. In Bautzen bin ich gestartet, und heute schaue ich von der Höhe hinab auf Zwickau. Das sind Momente, die schwer zu begreifen sind. Deshalb schweige ich jetzt, denn ich bin restlos happy.
Ein großes Dankeschön geht auch an den Sächsischer Jakobsweg an der Frankenstraße e.V., dessen Route ich gefolgt bin. Die Ausschilderung ist hervorragend!



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Länge der Tour: 40, 24 Kilometer
Gesamter Anstieg: 623 Meter
Download: GPX-Datei - Jakobsweg Jahnsdorf - Zwickau



Der Sächsische Jakobsweg - Teil 5

Dienstag, 12. Oktober 2021
Von Flöha nach Jahnsdorf

Meine Wanderung auf dem Sächsischen Jakobsweg (Teil 5) startet in Flöha und endet in Jahnsdorf, etliche Kilometer hinter Chemnitz. Ich frage mich, ob die Menschen im Mittelalter tatsächlich diesen Weg gewandert sind um nach Rom, Jerusalem oder Santiago zu gelangen. Ich denke ja, auch wenn der Weg im eigentlichen Sinne kein Pilgerweg ist, sondern eine Handelsstraße: die "Alte Frankenstraße". Seit dem 13. Jahrhundert wird die Straße von Bautzen, wo sie von der Via Regia abzweigte, über Bischofswerda, Dresden, Freiberg, Oederan, Chemnitz nach Zwickau, wo sie auf die Via Imperii traf, als Frankenstraße bezeichnet. (Wiki) Die Pilger haben vor allem die Jakobuskirchen angesteuert. Pesterwitz besitzt eine, Chemnitz aber auch. In dieser konnte ich gestern 12 Uhr eine kleine Andacht erleben. Thema war Dankbarkeit. Die Worte des Pfarrers haben mich schwer beeindruckt. Ich bin dankbar, dass ich diese schöne Wanderung machen kann und ich bin dankbar für das, was ich auf der Reise erlebe.
Besonders gefallen hat mir der langgestreckte Höhenzug hinter Flöha. Von oben hat man einen fantastischen Blick auf die umliegende Landschaft. Chemnitz besitzt einen wunderschönen Stadtpark. Überhaupt hat mir die Stadt recht gut gefallen. Mal sehen, ob ich es in der nächsten Woche bis Zwickau schaffe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Länge der Tour: 34, 10 Kilometer
Gesamter Anstieg: 556 Meter
Download: GPX-Datei - Jakobsweg von Flöha nach Jahnsdorf



Der Sächsische Jakobsweg - Teil 4

Dienstag, 5. Oktober 2021
Von Klingenberg-Colmnitz nach Flöha

Gestern bin ich den 4. Teil des Sächsischen Jakobswegs gelaufen. Start ist Klingenberg-Colmnitz, in Flöha habe ich mein Etappenziel erreicht. Da die Berge nicht ganz so steil sind, lief sich die Strecke wieder erwartend relativ gut, einzig der Höhenzug in Kirchbach zog sich etwas in die Länge. In Freiberg hatte ich ein besonders großes Glück: der Dom war offen und die Silbermannorgel spielte extra für mich die Fantasia und Fuge in G-moll BWV 542 von J.S.Bach. Gänsehaut pur, denn die Orgel ist fantastisch!! Eine der schönsten Barockorgeln der Welt und einen schöneren Klang auf einer Pilgerreise kann man sich nicht wünschen.
Indirekt muss der Jakobsweg mit Bischof Benno in Zusammenhang stehen, denn Benno ist im Jahre 1085 von Meißen nach Rom gepilgert um vor dem Papst Buße zu tun. Er muss also auch meinen Weg gelaufen sein.
Reisen war im Mittelalter ein beschwerliches und gefährliches Unterfangen. Die durchschnittliche tägliche Wegstrecke, die man in damaliger Zeit zurücklegen konnte, lag bei 30 bis 45 Kilometer (zu Fuß). Die Straßen waren nicht ausgebaut und glichen Feldwegen mit tiefen Löschern und bösen Überraschungen nach Regengüssen oder bei Eis und Schnee im Winter. Man konnte von Glück reden, wenn man den Weg auch fand, denn wenn dieser wenig begangen oder befahren war, hatte man bei allgemein fehlenden Wegzeichen große Schwierigkeiten, sich nicht in den dichten Wäldern zu verirren. Häufig schlug den fremden Reisenden Haß und Mißtrauen der einheimischen Bevölkerung entgegen. Raubüberfälle waren an der Tagesordnung. Die Entfernung von Meißen bis Rom, die vor Benno lag, betrug 1350 Kilometer. Bischof Benno wird zwei Monate dafür gebraucht haben. Übrigens, er hat die Reise im Alter von 75 Jahren! gemacht, und da es noch keine Eisenbahn gab, ist er natürlich auch wieder zurück gelaufen. Über diese spannende Geschichte musste ich heute beim Wandern nachdenken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Länge der Tour: 42, 78 Kilometer
Gesamter Anstieg: 567 Meter
Download: GPX-Datei - Jakobsweg Klingenberg-Colmnitz - Flöha